Vielschreiber – das neue Schimpfwort der Ignoranten

In Zeiten leicht verfügbarer Informationen kaufen Engagierte Justizopfer und Selbsthilfegruppen den Schwarzkitteln, die meinen, ihr Geld im Schlaf verdienen zu können, mittlerweile den Schneid ab.

Dennoch möchte die Roben tragende Kaste sich nicht gerne reinreden lassen, Weisungen geben oder gar Vorschriften machen lassen vom einfachen subalternen Volk.

Dabei geht alle Gewalt vom Volke aus und des Einzelnen Menschenrechte sind unveräußerlich.

Der vorgenannte Ansatz ist daher nur mit dem Zugeständnis einer gehörigen Portion Selbstherrlichkeit der Roben tragenden Kaste erklärlich – akzeptabel allerdings wird er dadurch keineswegs.

Will man Ansprüche von seinem – ebenfalls subalternen – Mitbürger juristisch durchsetzen, so kann man vielleicht auf noch eine faire und unabhängige Justiz hoffen, soweit es sie nicht selbst interessiert (wie z. B. der Eierdieb). Hat der Fall aber eine politische oder berufsständische Dimension oder kratzt er an die Interessen der Mächtigen, dann hat der einfache Bürger bereits die Denkgewohnheit aller Organe der Rechtspflege und schnell noch die Befangenheit aus den eigenen ersten Einlassungen gegen sich.

Schlimmstenfalls steht der Rechtssuchende vor der perfiden Wahl, wie er das schon vorher feststehende böse Urteil bekommen will.

  • Macht er schlechte Arbeit, bekommt er eine qualitativ hinnehmbare Entscheidung, welche zwar das unvollständig dargelegte Recht nicht erkennt, aber sich wenigstens auf die Mängel seiner Arbeit bezieht: Wo eigentlich ernste Zweifel oder Besorgnis genügen müsste, wird der Maßstab überdehnt und ein nicht voll geführter Beweis gefordert.
  • Macht er gute Arbeit, bekommt er ein entsprechend schlechtes Urteil, welches ggf. sogar den Sinn seiner eigenen Darlegungen erst verdreht um sie danach widerlegen zu können. Vorstufen hierzu sind beispielsweise Verfügungen, welche die getroffene Regelung nicht einmal textlich beschreiben.
  • Macht er perfekte Arbeit – idealtypisch sogar internetöffentlich dargelegt – dann greifen die zum Unrecht fest Entschlossenen zu Klageinversion und Totalignoranz.

Während der liebe Gott die Sonne unbeirrt über gute und böse scheinen lässt, wird es das gemeine Justizopfer gerne mal leid, mit seiner ehrlichen Arbeit die Urlaube und Wochenstundenregeln krimineller Schwarzkittel zu unterstützen. Je mehr es schrieb desto mehr Ignoranz erfuhr es, je mehr Verletzungen rechtlichen Gehörs sich auftürmten, desto noch viel mehr gab es aberwitzig zu monieren. Schon jedes Handy beweist, dass es dort mit um so mehr Sendeleistung sendet, wo der Empfang am schlechtesten ist, dass der Vielschreiber eigentlich nur das Resultat der Ignoranz sein kann.

Der Leak6-Betreiber Joachim Baum jedenfalls lernte die Methode der Totalignoranz bereits während seiner Ausgangsrechtssache mit der IHK-OWL kennen und beklagte schon damals das fehlend einfachgesetzlich normierte Recht der Gehörsvergewisserung; zu finden in seinem Klartextvortrag T05 zur Gehörsvergewisserung (PDF-Seite 27ff). Bezeichnender Weise stieß auch diese Darlegung wiederum auf nichts anderes, als auf Ignoranz.

Natürliche Folgen von nativ entstehenden Missständen sind natürlich nicht die Ausnahme, sondern die Regel – und so braucht man kein Prophet zu sein um zu ahnen, was in den Köpfen des/der als Vielschreiber titulierten Absender der Bombendrohungen vom Donnerstag Abend den 10.01.2019 an die Deutschen Gerichte in Hannover, Potsdam, Magdeburg, Erfurt, Wiesbaden, Hamburg, Saarbrücken und Kiel vor sich gegangen sein mag.

Es ist doch aberwitzig, vom Bundespräsidenten Aufrufe zum gesellschaftlichen Dialog hören zu müssen, während alle Staatsgewalten bis hin zur zwangsfinanzierten Presse sich in Ignoranz nur so üben.

Der Bürger braucht nicht das gnädig gewährte Ohr, welches dann nur noch als Schmuckstück vor sich her getragen wird. Er braucht die Hebel, seine Ansprüche auf tatsächliches Gehör auch wirksam durchsetzen zu können!

Und Staatsdiener und Lügenpresse brauchen mehr Mut zum hinhören, als sie selbst für möglich halten. Und wir alle müssen den Weg dorthin weisen. Aus ihrer eigenen, betriebsblinden Perspektive können sie es nämlich gar nicht erkennen.

 

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