90 Tagessätze für zwei Buchstaben!

Freundlicher Wink mit dem Zaunpfahl: Man begeht in Deutschland keine offenkundigen Straftaten ohne eigenen Einsatz, denn

Deutschland ist Rechtsstaat!

Zugegeben: Diese Meldung des Kreisboten vom 27.07.17 ist nicht neu. Neu ist es nur für Leak6 und vielleicht auch für seine Leser.

Zu seinen treusten Lesern zählen ja zwei …

… – so genannte Rumpelstizchen-Anwärter, die es aus eigener Kraft nicht ganz bis in die Anonymität schaffen.

Nicht neu sind außerdem das Märchen von Rumpelstilzchen und die Tatsache, dass der Volksmund gerne lange Wörter und lange Predigten auf das minimal Notwendige verkürzt.

Für Rechtsanwälte gehört das Durchdringen und Durchwirken einer teils unsachlichen und unqualifizierten Mandantendarstellung und ihre Wiedergabe unter Beschränkung auf das Wesentliche sogar zur beruflichen Aufgabenstellung. Auch protokollverantwortlichen Richtern ist die Verknappung des Streitstoffs in einer gedrängten Form im Urteil geboten.

Und so ergab sich für die vorgenannten Rumpelstizchen-Anwärter die sinnige Abkürzung RA. Im letzten Jahr war aber schon ein anderer

„Über das „RA“ gestolpert
Ex-Rechtsanwalt steht mit einem Bein im Gefängnis“,

wie der Kreisbote titelte. Und um die Sache abzukürzen: Am Ende kam es dafür zu einer Geldstrafe von 1.800 Euro (90 Tagessätze à 20 Euro). Das hat schon was!

Über 90 Tagessätzen ist nämlich nach § 32 Abs. 2 Nr. 5 BZRG mit einer Aufnahme in das Führungszeugnis zu rechnen. Das vorbeizeichnete Strafmaß war also das größtmögliche ‚blaue Auge‘.

Rumpelstilzchen-Anwärter mit Stundensätzen von z. B. 450 EURO werden dann – also, wenn sie gar nicht in die Anonymität dürfen – kaum mit Tagessätzen von 20 Euro zu rechnen haben.

Sie seien also gewarnt!

Meineides stattliche noch-nicht-ganz-ex – Rechtsanwälte, die nach ihrem Dasein als RA auch noch in die Anonymität wollen und zu diesem Zwecke oder aus Versehen verbotene Kürzel verwenden, haben dann noch mit einer weiteren Bestrafung zu rechnen!

Gegen zwei dieser RAs hat Leak6 im übrigen Strafanzeige und Strafbefehl erstattet. Und wenn Leak6 die Staatsanwaltschaft erst öffentlich zur Jagd tragen muss (zur Aufnahme der Ermittlungen), dann könnte sich Leak6 möglicherweise auch dazu entschließen.

Leak6-Leser dürften das dann mit etwas weniger Verzögerung erfahren.

Neben RA gibt es auch noch weitere verbotene Abkürzungen, allen voran vielleicht 666 oder besser erst einmal nur ACAB:

„Oberförster“ (und „Oberfeldwebel“) sind keine Beleidigungen:

Verfahren wegen AC-AB-Nummernschild eingestellt

Leak6 distanziert sich natürlich vorsorglich von Unhöflichkeiten, meineidig stattlichen Rechtsanwälten und ganz besonders von Hamburger LG-Entscheidungen, wie z. B. die einstweilige Verfügung vom 13.11.2018 oder das berühmte Urteil vom 12.09.1999 – 312 O 85/99 (wer sagt eigentlich den Hamburgern mal, dass es schon seit dem Sündenfall einen Markt der Meinungen gibt und nicht erst, wenn jemand einen Katalog derselben erstellt).

Dieser Wink mit dem Zaunpfahl ist also ein gewisser Vorgriff, denn ein wirklicher Rumpelstilzchen-Anwärter darf sich natürlich mit RA abkürzen. Die eigentliche Warnung kommt dann morgen; die Bescherung ist:

versprochen!

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