Warum eigentlich immer Gelsenkirchen?

Sabbat-Nachmittags-Segensschlaf – ein Genuss, den man am Sonntag niemals erfahren kann. Diesmal allein vor der Flimmerkiste. An alle meine Mädchen gedacht, ihr Wohl dem Herrn ans Herz gelegt. Der Dackel gelüftet, ein sechzigster gefeiert, neuen Leuten neue Ansätze zu ihren alten offenen Fragen geschenkt. Mit den Nachbarn gequatscht, zur Ruhe gekommen und wohlig wärmende Sonne durch windschützende Scheiben empfangen. Lebenskräfte erwachen, die Flimmerkiste dringt bis ins Bewusstsein vor. Und was sehe ich da?

Heimatabend Gelsenkirchen!

Auf dem WDR. Und das, obwohl Gelsenkirchen weder meine Heimat ist, noch dass es schon Abend war. Und sogar in dieser Sendung wurde gesagt, niemand kenne Gelsenkirchen und man müsse erklären, dass Schalke ein Stadtteil von GE ist und nicht umgedreht. Dabei wollte ich schon gestern einen Beitrag mit diesem Titel schreiben. Nach Sami A, Talibernd, und Gelsenkirchener Richter, die dafür sorgen, dass der Eindruck von Überwachung gar nicht erst entstehen darf, drang auch die Idee Tausche Bildung für Wohnen für kostenlosen Wohnraum für junge Bildungspaten aus Gelsenkirchen-Ückendorf an mein Ohr. Und dann noch die Elternschule – ebenfalls aus Gelsenkirchen:

Diese hochgelobte Elternschule erfuhr aber von einem von mir geschätzten Fachmann eine

kritische Kommentierung

[Vorlese-Audio].

Dort beklagt Franz Ruppert, dass Traumatisierungen vollkommen übersehen werden. Meiner Ansicht nach übersieht Ruppert allerdings, dass längst nicht jeder Mensch, Pädagoge, Psychologe, Führungsperson, Richter bzw. gesamte Gesellschaften traumatisiert sein müssen. Daher hier eine kurze Kritik an der Kritik:

  • Dass es in einer traumatisierten Gesellschaft nicht möglich ist, einen Partner zu finden, der nicht schon früh traumatisiert wurde … und nicht zudem bereit ist, an seinen eigenen Traumatisierungen zu arbeiten – ist schlicht eine Frage der Logik: Wie soll man denn an einer nicht vorhandener Traumatisierung arbeiten?

 

  • Möglicherweise ist das dann auch der unbewusste Grund für dauerhafte Partnerschaften und Heirat. – Das klingt ja so, als ob das etwas schlimmes wäre.

 

  • Rupperts Fazit für nicht traumatisierte Menschen findet sich in der Mitte wie folgt:
    Es bedarf erheblicher Klarheit und Entschlossenheit, sich von traumatisierten Menschen und Institutionen nicht für deren Trauma-Überlebensstrategien einspannen zu lassen und sich den eigenen Täter- und Opferhaltungen, die sich im Zuge der eigenen Traumabiografie in der Psyche etabliert haben, nicht zu unterwerfen
    .
    Es ist in traumatisierten Gesellschaften nicht einfach, eine gesellschaftliche Nische zu finden für sein eigenes gesundes Privat-, Sozial- und Arbeitsleben
    .
    Hier springt er zu kurz: Wer wirklich gesund ist, darf sich nicht damit begnügen, nur eine Nische für sich selbst zu finden und dabei das Gemeinwohl vergessen!

Als Fazit zu Rupperts Kritik fällt mir ein, dass man den anderen doch ruhig mal machen lassen kann, der etwas gutes bewirken will, auch wenn er ein ganz bestimmtes Lieblingsthema NICHT thematisiert. Immerhin sagte Jesus Christus weder am Konzept, noch am Parteibuch, noch an Richterroben oder an der von ihm genossenen Schule sollt ihr sie erkennen, sondern: „an den Früchten (vgl. Matth. 7, 15-20!)!“

Früchte stellen hier natürlich nicht auf den Erfolg ab. Das wäre die antichristliche Gegenthese der Evolution (Survival of the fittest), der Sieger schreibt die Geschichtsbücher oder der Tenorintendant das Protokoll. Frucht des Geistes im biblischen Sinn ist (Gal. 5, 22) „Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Keuschheit“.

Gerade als Traumaexperte, der zwanghafte Projektionen als Störfaktor identifiziert, könnte man doch Hilfsinitiativen etwas gelassener betrachten und das eigene Steckenpferd eben nicht zur verpflichtend zu beachtenden Projektion erheben.

Und ich als Christ kann ich auch im bekennenden Nichtchristen einen wertvolle Mitstreiter sehen. Immerhin beweist der Talibernd aus Gelsenkirchen Tag für Tag:

Gott ist in den Schwachen mächtig!

Immerhin erfuhr ich über ihn: „siehe, er betet! (vgl. Apg. 9, 11!)“, auch wenn das wohl als Klagegebet verstanden werden muss:

Oh Gott, schick uns das fünfte Reich,
denn das vierte ist dem dritten gleich!

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